6 goldene Regeln, um die Temperatur in eurem Holzkohlegrill zu kontrollieren

6 goldene Regeln, um die Temperatur in eurem Holzkohlegrill zu kontrollieren

Seit der frühen Steinzeit bereitet der Mensch seine Nahrung mit Hilfe des Feuers zu. Und auch heute noch übt die Zubereitung von Lebensmitteln über offener Flamme eine große Faszination auf uns aus.

Gerade die Begeisterung, das Feuer und die Glut zu kontrollieren und einzigartige Speisen über glühenden Kohlen zuzubereiten ist mit der Entscheidungsgrund für einen Holzkohlegrill. Natürlich ist die Temperaturkontrolle hierbei anspruchsvoller als beispielsweise bei einem Gasgrill.

Damit bei euch nichts anbrennt, gebe ich dir die folgenden sechs Regeln an die Hand.

Die hier gestellten Tipps gelten selbstverständlich nur für ein geschlossenes Grillsystem (klassischerweise den Kugelgrill), da ihr auf einem offenen Grill ja nur über der direkten Flamme grillen könnt.

Regel #1: Verwende stets die selbe Kohle

Jeder Brennstoff hat unterschiedliche Brenneigenschaften. Generell gilt: Kohle brennt heißer als Briketts, dafür in der Regel nicht so lange.

Aber auch jede Kohle und jede Brikettsorte hat ihre eigenen Temperaturkurven, brennt unterschiedlich lange, unterschiedlich heiß und braucht unterschiedlich lange um durchzuglühen.

Probier für dich ruhig verschiedene Sorten aus, aber wenn du eine Kohle gefunden habt, die deinen Ansprüchen genügt, bleib bei dieser. Ich habe mich übrigens bei Briketts auf die Grillis von ProFagus eingeschossen, als normale Holzkohle verwende ich in der Regel Steakhaus-Kohle*.

Durch die Verwendung des immer gleichen Brennstoffs habt ihr immer die gleiche Anzünddauer und bei der gleichen Menge die selbe Temperatur.  

Das bring uns gleich zum nächsten Punkt:

Regel #2: Merk dir die Menge des benötigten Brennstoffs

Je mehr Brennstoff ihr in eurem Holzkohlegrill zum Glühen bringt, desto heißer wird nachher die erreichte Endtemperatur.

Klingt logisch? Ist es auch.

Daher macht es extrem viel Sinn, sich die Menge der verwendeten Kohle gut zu merken. Und da in unseren Köpfen ja eh schon genug unnütze Informationen herumschwirren und wir uns ungern mit noch mehr belasten, gibt es einen ganz einfachen Trick:

Zeichne dir mit Strichen auf dem Anzündkamin* ein, mit welcher Füllhöhe welche Temperatur erreicht wird.  

Funktioniert natürlich nur, wenn du auch Regel #1 beherzigt.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung des Kohleportionierers. Wenn du dich schon immer mal gefragt habt, was dieses trichterförmige seltsame Etwas ist, was beim Weber Kugelgrill dabei ist: Ja, das ist tatsächlich eine Kohleportionierer. So kannst du dir merken, wie viele Messbecher du für geringe, mittlere oder hohe Hitze benötigt.

Regel #3: Verwendet den Lüftungsschieber

Die Lüftungsschieber sind das A und O bei der Temperatursteuerung.

Es gibt beim Kugelgrill in der Regel zwei Schieber. Eine Lüftungsklappe oberhalb, aus der die heiße Luft austritt.

Und einen Lüftungsschieber, der in der Regel unterhalb des Holzkohle-Rosts sitzt.

Letzterer bestimmt die Menge an Sauerstoff, welche zu den Kohlen eingesogen wird. In Kombination mit der oberen Öffnung entsteht der Kamineffekt.

Regelt die Temperatur stets am unteren Schieber.  

Markierungen an der LuftzufuhrEin Blick in den leeren Grill hilft hierbei. Ist der Schieber geschlossen, ecken die Lüftungslamellen des Kugelgrills die unteren Lufteintrittslöcher vollständig. Je mehr du den Schieber aufdrehst, desto mehr weichen die Lamellen zur Seite und desto mehr von den Lüftungsschlitzen wird freigegeben. Auch hier hilft ein beherzter Griff zum Marker.

Durch einfaches Markieren (z. B. geschlossen, viertel, halb und dreiviertel geöffnet) am Schieber hast du es später leichter.

Erstens verdecken später Kohle und Asche den Blick auf die Lüftungslamellen, zum anderen musst du nicht den Deckel abnehmen, um zu kontrollieren, wie weit die unteren Lüfter denn nun geöffnet sind.

Ganz wichtig: Die Änderung der Temperatur nach Verstellung des Lüfters tritt immer erst mit einigen Minuten Vezögerung ein! Dreh also nicht wie verrückt am Schieber. Trink lieber in Ruhe ein Bier und schau was du mit nur minimaler Veränderung erreichen könnt.

Mögliche Einstellungen des Lüftungsschiebers

Das bringt uns unweigerlich zur nächsten Regel:

Regel #4: Deckel zu

Es ist die einfachste aller Regeln: Der Deckel bleibt zu.

Er sollte tatsächlich nur so selten wie irgend möglich angehoben werden. Idealerweise nur zum Wenden des Fleischs.

Ich weiß: Klappt in der Regel nicht, da wir natürlich immer neugierig sind.

Trotzdem. Disziplinier dich!

Der Grund ist ganz einfach: Jedes Mal wenn du den Deckel abhebst, verändert ihr die Temperatur nachhaltig, weil:

  • beim Anheben des Deckels die heiße Luft aus dem geschlossenen System weichen kann
  • die glühenden Kohlen mit einmal sehr viel mehr Sauerstoff ziehen und intensiver zu glühen beginnen

Daher: Den Deckel wirklich nur wenn unbedingt notwendig hochheben.

Regel #5: Arrangier die Kohlen je nach Zweck

Der Minion-Ring
Ein Minion Ring aus Briketts im Kugelgrill

Für indirektes Grillen größerer Stücke bei gleichmäßiger Temperatur empfiehlt es sich, die Kohlen entsprechend im Kugelgrill zu arrangieren.

Je nachdem, was du denn gerade mit deinem Kugelgrill beabsichtigst zu tun oder was gegrillt werden soll, gibt es hierzu mehrere Möglichkeiten, die ich hier kurz anreißen will.

Platziere die Kohlen

  • entweder jeweils rechts und links gleichermaßen, um in der Mitte des Rosts die indirekte Zone einzurichten. Damit kommt von links sowie von rechts in etwa die selbe Hitze.
  • oder komplett auf einer Seite des Grills und schafft damit die indirekte Zone auf der entsprechend gegenüberliegenden Seite. Achte dann dabei darauf, dass euer Fleisch dabei entsprechend Abstand zur Glut hat.

Beim beidseitigen Verteilen solltest du darauf achten, dass du nicht erst links und danach rechts aufschüttet, sondern immer abwechselnd.

Der Grund hierfür ist einfach. Die Kohlen im Anzündkamin weiter unten sind in der Regel stärker durchgeglüht als die oberen. Im Zweifelsfall hast du sonst auf einer Seite eine stärkere Hitze als auf der anderen.

Zwar sollte die Kugelform des Grills die Hitze im Wesentlichen gleich einem Umluftofen verteilen, allerdings funktioniert das nicht immer zu 100%.

Wenn du es ganz genau wissen willst, kann die Kohle natürlich rundum im Kreis verteilen, allerdings funktioniert der beidseitige Ansatz in der Regel gut genug.

Für sehr lange Grillzeiten im Kugelgrill empfiehlt sich – neben der Tatsache, dass hier Briketts statt Kohle zum Einsatz kommen sollte – die Verwendung des Minion Rings.

Regel #6: Verwendet die Kohlekörbe

Durch die Holzkohlekörbe* kannst du die Temperaturverteilung bzw das Kohlearrangement im Nachhinein noch verändern.

Zum Einen kannst du die Glut in den Körben jederzeit dorthin ziehen, wo du diese benötigt. Zum anderen kannst du aber auch ganz einfach einen der Kohlekörbe aus dem Kugelgrill herausnehmen, um einfach mal die Glut zu halbieren und die Hitze im Grill auf einen Schlag zu senken.

So etwas ist insbesondere bei Steaks eine gute Idee, die in der Regel bei hoher Temperatur angegrillt werden und bei eher gemäßigten Temperaturen auf ihre gewünschte Kerntemperatur gezogen werden.

So, das waren meine sechs Tipps für dich. Für eine etwas umfassendere Anleitung, die auch andere Aspekte im Umgang mit dem Kugelgrill abdeckt, schaut dir auch mal meine umfassende Anleitung für den Kugelgrill an. Wenn du den Artikel hilfreich fandest, teilt ihn gerne auch mit euren Freunden oder hinterlasse einen Kommentar.

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