Wie du mit dem Minion Ring stundenlang die Temperatur hältst

Wie du mit dem Minion Ring stundenlang die Temperatur hältst

Oftmals habe ich zuvor davon im Netz gelesen und auch gute Erfahrungsberichte zum Minion-Ring gelesen, aber so richtig glauben, dass er auch funktioniert kann man eigentlich erst wenn man es selbst einmal ausprobiert hat. Vergangenen Sommer war es dann soweit. Insgesamt sechs Stunden lang die 3-2-1-Ribs grillen, da kann man das doch mal ausprobieren. Aber was ist der Minion Ring eigentlich?
Kurz gesagt: Der Minion-Ring ist DIE Methode, wenn man in seinem Kugelgrill über lange Zeit eine konstante Temperatur halten möchte, ohne Kohle nachlegen zu müssen. Beim Minion-Ring werden Holzkohle-Briketts wie eine Art Domino-Kette nebeneinander gelegt. Ziel der ganzen Aktion ist es dann, dass der Minion-Ring langsam runter brennt und die Briketts nacheinander entzündet werden.

Minion-Ring: Hat das was mit den Minions zu tun?

Nein, natürlich nicht 🙂 Nichts desto trotz an dieser Stelle ein wenig historisches Geschwafel, so wie es sich das Netz über diverse Seiten hinweg erzählt: Der Minion-Ring ist nach dem Amerikaner Jim Minion benannt, der das Verfahren damals im Rahmen eines Barbecue-Wettbewerbes das erste Mal angewendet hat. Er suchte damals – wir schreiben das Jahr 1990 – nach einer Methode mit der er den Grill möglichst lange unbeaufsichtigt laufen lassen konnte. Angewendet wurde diese Methode damals wohl in einem hohen Smoker, die Methode wurde später für den horizontalen Kugelgrill entsprechend abgewandelt. Die Geschichte findet sich so zumindest in diversen abgewandelten Formen übers Netz verteilt. Doch genug der drögen Geschichte, wie mache ich jetzt einen Minion-Ring in meinem Kugelgrill?

„Kurz gesagt: Der Minion-Ring ist DIE Methode, wenn man in seinem Kugelgrill über lange Zeit eine konstante Temperatur halten möchte, ohne Kohlen nachlegen zu müssen.“

Der Minion-Ring im Kugelgrill

An dieser Stelle sei dokumentiert, wie ich den Minion-Ring damals bei mir im Kugelgrill gebaut habe. Zunächst einmal: Für den Minion-Ring verwenden wir nur Briketts, da diese eine wesentlich längere Brenndauer als Holzkohle haben t, und auf die lange Brennzeit kommt es uns ja an… Holzkohle-Briketts sollten vor Beginn des Grillens immer gut durchglühen, zu dem Rauchen sie auch am Anfang. Gerade bei billigen Briketts oder auch mal einer schlechten Charge kann es ggf auch mal unangenehm riechen… das wollen wir selbstverständlich nicht an unserem guten Fleisch. Aus diesem Grund wird der Grill bis zu einer Stunde in seiner Temperatur eingeregelt (siehe weiter unten). Somit liegen die restlichen Briketts bereits fast eine Stunde in der Hitze und zünden später rauchfrei.

Der Minion-Ring
Der Minion Ring aus der Vogelperspektive. Der Stein im Grill hält die Briketts in Position.

Da die Kohlen ähnlich Domino-Steinen nebeneinander gelegt werden, empfiehlt es sich, die Kette mit einem Ziegelstein o.ä. zu beginnen, an den man die Briketts anlehnt. Der Stein unterbricht zu dem auch den Minion-Ring, da dieser keinen Kreis bilden soll (ansonsten würde er in zwei Richtungen abbrennen). Von diesem Stein aus stellen wir nun in zwei Reihen nebeneinander die Brikettstücke am äußeren Rand des Kugelgrills auf dem Kohlerost auf. Hierbei ist es extrem wichtig, dass wirklich alle Brikettstücke direkten Kontakt zu ihrem Nachbarstück haben, damit der Minion-Ring nicht unterbrochen wird. Stehen unsere zwei Reihen, dann wird obenauf eine weitere Reihe gelegt, wahlweise auch zwei Reihen (ich habe zwei Reihen verwendet).

In die Mitte des Kohle-Rings wird nun noch eine Aluminiumschale mit Wasser platziert. Warum? Ganz einfach: Das Wasser in der Schale hilft zum einen, die Temperatur niedrig zu halten, zum anderen erhöht sie gleichzeitig das Feuchtigkeitsniveau in der Kugel, zusätzlich wird verhindert, dass das Fleisch trocken wird. Verwendet aber zum Füllen der Alu-Schale stets heisses Wasser, da sonst der Grill unnötig heruntergekühlt und bereits aufgebrachte Wärme-Energie verschwendet wird.

Wie lang muss ich den Minion-Ring legen?

Das kommt in erster Linie ganz darauf an, für wie lange ich die Brenndauer benötige. Für meine 1-2-3-Ribs benötigte ich sechs Stunden, was wiederum gegen Brennzeiten von Pulled Pork oder Brisket gerade zu lachhaft wirkt. Dementsprechend habe ich den Ring auch gerade mal auf 1/3 Außenlänge des Grills gelegt, und selbst diese Länge hat er am Schluss nicht komplett runtergebrannt. Bei den gerade erwähnten anderen Disziplinen benötige ich durchaus den kompletten Ring, möchte ich denn bis zu 16 Stunden Brenndauer haben.

Zünden des Minion-Ring

Minion Ring
Die Alu-Schale in der Mitte wird mit heißem Wasser gefüllt. Das hält das Feuchtigkeitsniveau in der Kugel hoch und nimmt die Temperatur etwas runter.

Die Alu-Schale in der Mitte wird mit heißem Wasser gefüllt. Das hält das Feuchtigkeitsniveau in der Kugel hoch und nimmt die Temperatur etwas runter.

Zum Entzünden des Minion-Ring legt man fünf bis sechs Brikett-Stücke in einen kleinen Anzündkamin. Sind diese Stücke vollständig durchgeglüht, gibt man sie an den Anfang (oder das Ende) des Rings.

Ich hatte beim ersten Mal mit dem Minion-Ring das Problem, dass die Temperatur zu Anfang zu niedrig war und natürlich versucht, die Schuld bei mir zu suchen (waren die Zündbriketts etwa noch nicht komplett durchgeglüht)?

Beim weekend-chef habe ich dann die Antwort auf mein Problem gefunden. Tobias schreibt hier, dass die Weber Long Lasting Briketts (genau die habe ich verwendet) nicht gut geeignet sind, da diesen Braunkohlestaub zugesetzt ist. Dadurch sind sie sehr schwer zu entzünden (stimmt absolut). Sie brennen zwar länger aber nicht so heiß wie andere Briketts (genau das!).

Das Einregeln des Kugelgrills

Smoken im Weber
So muss das sein: Muckelige 110-120 Grad in der Kugel.

Für das Einregeln des Grills ist vor allen Dingen eine gute Portion Geduld gefragt. Die Temperatur regelt man wie bekannt mit den unteren und oberen Lüftungsschiebern ein. Ich habe hier den unteren Schieber ein klein Wenig (1/4) geöffnet und die oberen Schieber ungefähr auf der Hälfte. Zusammen mit den oben erwähnten sechs entzündeten Start-Briketts kam ich nach den ebenfalls bereits erwähnten Startschwierigkeiten auf die benötigten 110° Celsius. Bitte beachtet, dass jegliche Änderung an der Regler-Einstellung erst mit mehreren Minuten Zeitverzögerung eintritt. Zeit also, sich während des Einregelns das Grillgut schon einmal aus dem Kühlschrank zu holen, dass es Raumtemperatur bekommt und sich ein gutes Bier zu öffnen.

Man sollte ebenfalls vermeiden, den Deckel zu öffnen, falls die Temperatur zu hoch ist. Das Temperatur-Niveau wird wirklich rein über die Schieber geregelt, ein Öffnen des Deckels führt wieder neue Frischluft hinzu und lässt die Briketts im Zweifelsfall noch heißer glühen.

Zeit also, sich während des Einregelns das Grillgut schon einmal aus dem Kühlschrank zu holen, dass es Raumtemperatur bekommt und sich ein gutes Bier zu öffnen.

Idealerweise hat man ein Grillthermometer mit Temperaturfühler für die Garkammer. Das Deckelthermometer im Kugelgrill geht nicht hundertprozent genau sondern hat durchaus mal mehrere Grad Abweichung; als grober Anhaltspunkt mag es aber reichen.

Wollt ihr eurem Fleisch ein wenig Raucharoma verpassen, so solltet ihr die Räucherchips stets auf den Anfang des Minion-Rings legen, da dass Fleisch, wenn es noch möglichst kalt und roh ist, die Raucharomen am besten aufnimmt. Legt die Räucherchips hierzu einfach oben auf den Ring.

Mehr Informationen zum Einregeln und Zünden des Kugelgrills könnt ihr übrigens auch in meiner kleinen Anleitung für den Weber Kugelgrill nachlesen. Ich hoffe die Informationen hier sind für euch hilfreich und ihr könnt demnächst ein paar erfolgreiche Longjobs am Kugelgrill vollbringen!

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