Fünf Arten zu Grillen – Welcher Typ bist du?

Fünf Arten zu Grillen – Welcher Typ bist du?

Wir alle lieben es. Das Grillen von Fleisch und anderen Speisen unter freiem Himmel. Insbesondere das Beherrschen der Flamme weckt unwiderruflich immer wieder unsren Tatendrang, schon die Neandertaler haben den Vorteil des Feuers in Zusammenhang mit der Nahrungszubereitung erkannt.

Gegrillt wird weltweit auf auf unterschiedlichste Art und Weise. Mit Gas oder Kohle, offen oder geschlossen, im Smoker oder im Kamin, Barbecue oder Asado, drinnen oder draußen oder gar elektrisch?

Aber welche grundlegend unterschiedlichen Arten des Grillens unterscheiden wir denn so? Und welcher Typ verbirgt sich dahinter? Hier einmal eine etwas augenzwinkernde Betrachtung der verschiedenen Arten und Weisen.

Übersicht über Grillarten und Temperaturbereiche
Das Barbecue ist zumeist im Niedertemperaturbereich angesiedelt, es folgt das indirekte Grillen bei mittleren Temperaturen, gefolgt vom Anrösten über der direkten Hitze und dem Beefer und Infrarot fernab von Gut und Böse.

Der Elektriker

Typ: Zur Miete wohnender Berufseinsteiger oder Student. Präsentiert sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit als emsiger Verfechter des Holzkohle-Grills, bekommt aber spätestens vom Vermieter ein Verbot auferlegt, seinen Balkon in Brand zu setzen oder die spießigen Nachbarn drohen mit einem langwierigen Rechtstreit, weil ihre Wäsche ja duftet wie frisich aus der Räucherkammer.

Aber so ein Elektrogrill ist ja auch wirklich super, oder? Aber als Griller wird er dann doch nicht so richtig ernst genommen…

Das Werkzeug: Ein schöner (hüstel) Elektrogrill*. Satte 2.000 Watt bringen hier mehr oder weniger Röstaromen an das Fleisch, welches auf der zumeist nich allzu üppig ausgestatteten Grillfläche liegt.

Typische Speisen: Fertig Mariniertes vom Discounter des Vertrauens. Die Königsdisziplin über der Elektroglut ist dann eine Bratwurstschnecke.

Barbecue

Typ: Der Ausdauernde. Der Marathonläufer. Er geht über die volle Distanz.

Er steht in Seelenruhe mehrere Stunden an seinem Sportgerät und vernichtet in geselliger Runde mit den Kumpels eine gute Kiste Bier.  

Der Fokus liegt hier ganz klar nicht auf dem Verspeisen der wunderbaren, im heißen Rauch gegarten Speisen (aber auch das macht Spaß) sondern im Doing und der Zubereitung selbst. Der Weg ist das Ziel…

Das Werkzeug: In der Regel kommt hier ein Smoker* zum Einsatz. Die heiße Glut kommt in eine kleine Kammer, die Speisen selbst liegen in einer separaten Garkammer und garen im heißen Rauch. Das Sportgerät läuft in der Regel den halben bis ganzen Tag. Nebenbei wird der Smalltalk gepflegt, mehrere Biere vernichtet und ein Sport-Event verfolgt.

Typische Speisen: Zu den Klassikern des Barbecue gehört die Holy Trinity, die heilige Dreifaltigkeit des Barbecue: Brisket (gesmokte Rinderbrust), Pulled Pork (geräuchertes Schweinefleisch, mit Gabeln oder Klauen liebevoll auseinanderklamüsert) sowie Spare Ribs vom Schwein.

Direktes Grillen:

Typ: Der Ur-Deutsche. Vornehmlich im Sommer steht er in kurzen Hosen und Grill-Sicherheitsschuhen (Sandalen) in seinem Garten, bewaffnet mit einem gemeinen Würstchen-Kneifer in der einen, einem Hopfentrunk in der anderen Hand und wendet Würstchen und Koteletts als ginge es um sein Leben.

Er löscht Feuer und Durst gleichermaßen mit Bier.  

Vielleicht sollte ich aber besser auch sagen: Es ist der traditionelle Typ.

Ich zumindest bin so aufgewachsen. Grillen hieß Sommer und Sommer hieß Grillen und meine Eltern feuerten stets einen offenen Grill und später einen schönen Grillkamin an und grillten Würstchen und Koteletts. Hat mich sehr geprägt, auch wenn ich denke, dass ich heute einen Schritt weiter bin.

Das Werkzeug: Ich behaupte einmal das direkte Grillen ist noch immer die am weitesten verbreitete Art in unserem Land, sein Fleisch von offener Flamme küssen zu lassenDas mag natürlich daran liegen, dass viele Grillgeräte keine anderen Zubereitungsarten zulassen. Offen grillen lässt sich einfach überall.

Natürlich kann man sagen, diese furchtbaren Einweggrills von der Tankstelle haben nichts mit Grillen zu tun. Diese schwarzen verbrannten Fleischstücke die man vom Dreibein-Grill, der Mutter aller Grills, können doch nicht schmecken. Aber doch haben sie uns damals irgendwie geschmeckt.

Typische Speisen:  Das unter uns Fachmännern oft als „flach gegrilltes“ Verpönte. Halt alles was nicht dicker als ein Daumen geschnitten ist. Koteletts, Bauchspeck, Schnitzel. Und natürlich Bratwurst. Thüringer Rostbratwurst, grobe Bratwurst, Nürnberger, Krakauer. Mit Käse gespickt oder auch nicht. Würstchen sind hier der Klassiker und Dauerbrenner zugleich.

Indirektes Grillen:

Typ: Der Fortgeschrittene und Gemütliche. Er hat die Vorzüge eines Kugelgrills für sich entdeckt.

Er hat das gesamte Wunder des geschlossenen Garsystems für sich erschlossen.

Er übt sich sich dank mannigfaltiger Literatur und so wunderbaren Blogs wie diesem (Obacht: Eigenlob) auch an exotisch anmutende Gerichte, missbraucht schwedische Möbelhäuser als Grillausstatter der ersten Wahl.

Er experimentiert plötzlich mit gar magisch klingenden Dingen wie Rubs und Glasuren, beginnt wie ein Arzt sein Fleisch mit Injektionsspritzen zu malträtieren und hantiert mit Planken, Bierdosen und sowieso allem, was irgendwie gerade in ist.

Das Werkzeug: Ein in jedem Fall geschlossener Grill. Also was mit Deckel. Der klassische Kugelgrill* beispielsweise wie er vermutlich in jedem amerikanischen Garten steht. Oder auch ein Gasgrill.

By the way: Eine umfassende Anleitung zum Kugelgrill findet ihr hier.

Typische Speisen: Vornehmlich garen wir auf dem Grill alles indirekt, was zu groß ist, um ewig über offener Flamme zu verweilen. Dazu gehören in jedem Fall alle großen Fleischstücke, dicke Steaks, Fisch und auch die Speisen der oben bereits erwähnten heiligen Dreifaltigkeit. Aber gerne auch vegetarische Experimente.  Man ist schließlich kein Klischee-Griller ist und Frauen und Kids wollen auch glücklich gemacht werden.

Beefer & Infrarot:

Typ: Der Wahnsinnige. Oder auch das Kind in Manne.

Der Grill-Nerd. Kommt im Normalfall direkt aus der Hölle und bevorzugt Temperaturen jenseits von Glut und Böse.  

Steht auf knusprige Kruste und hat vor allem die Kohle, sich etwas Kostspieliges, begrenzt Einsetzbares wie beispielsweise einen Beefer als Spielzeug zu gönnen.

Das Werkzeug: Der Beefer*. Dieses Gerät aus der Hölle lernte ich damals bei einem Grillseminar kennen.

Das Teil zeichnet sich vor allen Dingen dadurch aus, dass es wahnsinnig heiß wird und uns im Nu eine geniale Knusper-Kruste auf unser Fleisch brennt. Nur wenige Minuten genügen, und das Steak aus der Hölle ist fertig gegart. Ein ganz hervorragendes Gerät, scheiß drauf, dass man hauptsächlich auf Steaks beschränkt ist.

Oder ein Infrarot-Grill*. Der unterscheidet sich wiederum von allen anderen Grillarten, da hier mit Strahlungswärme (elektromagnetischer Energie) gearbeitet wird, die erst beim Auftreffen auf das Grillgut entsteht. Fast so wie die Sonnenstrahlen. Die erwärmen auch nicht die Luft, sondern verbrennen unsere empfindliche Haut auch erst beim Auftreffen.

Klingt abgefahren? Ist es auch.

Typische Speisen: Relativ begrenzt im Gegensatz zu den anderen Sportgeräten sind die Speisen, die wir bei Temperaturen jenseits der 800°-Marke zubereiten. Steaks, und alles andere, was nur kurz angegrillt wird.

Erschrocken? Hast du dich etwa wiedergefunden?

Oha… ertappt. Du bist also der Wahnsinnige Grill-Nerd? Oder gar der Elektriker!

Vielleicht hast du auch deinen besten Kumpel gerade wieder erkannt… mach ihm doch eine Freude und teile den Beitrag an seiner Pinnwand. Er wird es dir sicher danken!

Abschließend sei gesagt: Egal welcher Typ du bist, welches Grillsystem du besitzt und wie du’s machst: Erlaubt ist was Spaß macht und dir schmeckt! Licht und Schatten gibt es überall.

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