Caveman Steak – T-Bone a la Höhlenmensch – Grillen ohne Grill

Caveman Steak – T-Bone a la Höhlenmensch – Grillen ohne Grill

Wer hat eigentlich behauptet, dass man zum Grillen einen Grill benötigt?? Ein saftiges Steak, dazu eine leckere Kartoffel und vielleicht noch etwas Paprika und eine Zwiebel.

Dafür benötigt ihr weder Grill noch Grillrost. Wie das geht? Das  lest ihr heute hier…

Was ist ein Caveman Steak?

Als ich vor einigen Tagen wieder bei einem Streifzug nach neuen Ideen im Netz unterwegs war, stieß ich auf einen sehr interessanten und nett gemachten Artikel. Dort wurde ein wunderbares 45-Tage getrocknetes Dry-Age-Steak doch tatsächlich direkt in die Glut geworfen. Ohne Grill und ohne Grillrost. Einfach in eine Erdloch, in dem ein Glutbett vor sich hin glühte.

Das Ganze taufte man dann kurzerhand Caveman Steak.

Jaja, beim Thema Höhlenmensch werde ich natürlich wieder hellwach.

Immerhin behauptet meine Frau oft genug dass ich und mein Freundeskreis – zumindest im angetrunkenen Zustand – einer Horde wildgewordener Höhlenmenschen gleichen würde.

Aber zurück zum Caveman Steak. Mein Interesse war also geweckt. Wenn auch ich skeptisch war? Saut mir die Asche denn nicht mein schönes, teuer erstandenes Premium-Steak ein? Ich machte mich also – etwas zurückhaltender an den Nachbau. Nicht mit 45 Tagen Trockenreifung, sondern einem herkömmlich nassgereiften Stück Rind, nichts desto trotz von einer sicherlich glücklichen Kuh.

Rohes T-Bone-Steak

Das T-Bone-Steak geht ca eine Stunde vor Vergrillung aus der Kühlung raus, damit es Raumtemperatur annehmen kann. Dann ca eine halbe Stunde vorher noch einmal gut mit etwas Meersalz gewürzt, das sorgt nachher für eine schöne Kruste, da das Salz die Flüssigkeit an der Oberfläche des Steaks aufnimmt. Diese Tipps gelten übrigens nicht nur für das Caveman-Steak. 🙂

Schnell die Feuerstelle vorbereiten

Das ganze Experiment gestartet wurde dann in meinem Kugelgrill. Allerdings hat das Ganze natürlich gerade beim Camping und außerhalb absolut Charme. Einfach ein Loch buddeln, Glut anzünden und verteilen – los geht’s.

Generell ist bei dieser Grillmethode Grillkohle mit großer Stückelung ganz vorne mit dabei. Ich hatte mir damals bei Amazon mal zwei Säcke Rodeo Steakhaus-Kohle* geordert, da sind ein paar schöne Wummer mit dabei. Verzichte hier bitte auch auf Kohle mit chemischen Zusätzen, wie beispielsweise selbstzündende Kohle.

Ich schüttete mir also einen guten Anzündkamin* voll mit Steakhaus-Kohle auf, gebe etwas Anzünder darunter und lasse das Ganze gut durchglühen. Hier ist es natürlich noch wichtiger als sonst, dass die Kohlen wirklich ordentlich durchgeglüht sind.

Die Kohlen habe ich dann auf einer Seite des Grills verteilt. Auf das Kohlebett gingen dann zunächst einmal ein paar Folienkartoffeln (habe ich vorgekocht), sowie ein paar Zwiebeln. Während die Kartoffeln durch Alu-Folie geschützt sind, erledigt das bei den Zwiebeln die Schale. Diese verbrennt außen komplett, ihr entfernt die äußere Schicht am Ende dann. Belohnt werdet ihr mit butterweichen, herrlich aromatischen Zwiebeln, wie ihr es selten erlebt habt. Versprochen!

Auch Paprikas lassen sich wunderbar direkt in der Glut machen.

Die äußerste Schale könnt ihr dann ganz einfach entfernen, innen drin – ähnlich wie bei der Zwiebel – ganz weich und unheimlich lecker.

Der Moment der Wahrheit

Steak in der Glut
Neben mein T-Bone haben sich noch Kartoffeln und Zwiebeln gesellt. Diese werden in der direkten Glut butterweich und aromatisch.

Nun aber der Moment der Wahrheit: Die Asche wird noch einmal kurz weggewedelt oder gepustet und dann wird das Steak wird auf das Glutbett gelegt. Es brutzelt und qualmt. Lasst euch nicht beirren. Und gebt auch dem Caveman Steak – genau wie ihr es auf dem Rost tun würdet – die Zeit die es braucht. Von jeder Seite ca 2-3 Minuten, je nach Dicke des Steaks.

Ich habe mein Steak auch nicht mehr indirekt nachziehen lassen, sondern danach in Alufolie gelegt und ca 10 Minuten ruhen lassen. Mein Stück war ca zwei Finger breit, dadurch, dass es direkt auf der Glut liegt hat es aber mehr Hitze als wenn es sonst nur auf dem Rost liegt. In der Alufolie ruhend steigt die Kerntemperatur ja noch weitere 2-3° an.

Caveman Steak in der Glut
Ordentlich Hitze ist dieses Mal die wesentliche Zutat.

Nachziehen lassen müsst ihr es also faktisch nur, wenn ihr es komplett durchhaben wollt (oder ihr ein sehr dickes Stück Fleisch habt).

Ein Fleischthermometer gibt natürlich zusätzliche Sicherheit.

Ab in die prähistorische Fressluke

Was soll ich sagen ohne mich selbst zu loben? Das Caveman Steak war schon wirklich mehr als gut.

Der kulinarische Ausflug in die Steinzeit hat mit absolutem Geschmack belohnt.

Dafür dass ich noch nicht einmal unbedingt viel Geld für ein Stück Premium-Fleisch investiert habe, war das Fleisch saftig, aromatisch und intensiv im Geschmack.

Das fertige Steinzeit-Steak
Das fertige Steinzeit-Steak

Ich vermag jetzt wirklich nicht zu beurteilen, ob es an der besonderen Art der Garmethode gelegen hat, aber die Methode hat definitiv funktioniert und sie hat noch viel definitiver sehr gut funktioniert.

Auch Asche oder Kohlereste habe ich auf meinem Fleischrest größtenteils vergeblich gesucht. Da war ich doch recht erstaunt, da ich dass irgendwo erwartet hätte. Aber Pustekuchen. Wenn ich überhaupt etwas gefunden habe, dann minimal. Wer sich unsicher ist geht einfach nochmal mit nem Pinsel über das Fleisch.

In jedem Fall ist das Ganze eine Methode, die du zumindest einmal testen solltest. Gerade für unterwegs beim Camping eine coole Sache.

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